Technisches für die “Männerwelt”

7 Gründe

Jetzt darf es auch mal ganz technisch werden…

Rutschhemmung – Abriebklassen – Beanspruchungsklassen

Das Technische beachtet man oft nicht, da das Optische im Vordergrund steht. Dennoch möchten wir Ihnen auch hier etwas Klarheit verschaffen und versuchen, mit dem Technischen, das meist in DIN-Normen verankert ist, zu vermitteln.

Mittels normierten Prüfverfahren wird in Speziallabors nach europäischen Normen Tests durchgeführt und Klassifizierungen vorgenommen. Auch im Bereich Fußböden sind technische Eigenschaften wie Beanspruchungsklassen, Abriebklassen, Rutschhemmung und Antistatisch sowie Brandklassen unerlässlich und unterliegen bestimmten Vorschriften.

Ob nun Wohnräume, Ladengeschäfte, Büros, Hotels, Restaurants, Arztpraxen, Krankenhäuser oder Seniorenheime – überall werden Fußböden eingebaut, die gewissen Anforderungen ausgesetzt sind, bei dem einen spezieller als bei dem anderen.

Dokumentation

Rutschhemmung

  • Rutschhemmung nach GUV-R 181: Für Bodenbeläge ergeben sich je nach Verwendungszweck unterschiedliche Anforderungen zum Thema Rutschsicherheit, welche in der DIN 51130 geregelt sind.
    • Bewertungsgruppen: R 9 für geringste Anforderungen bis R 13 für höchste Anforderungen.
      • R 9: Allgemeine Räume
      • R 10: Öffentliche Toiletten
      • R 11: Ladeneingänge, Treppen, Küchen, Kindertagesstätten, Sanatorien
      • R 12: Großküchen mit mehr als 100 Essplätzen
      • R 13: Schlachthöfe
    • Für Nassräume gelten noch speziellere Anforderungen nach GUV-I 8527.

Antistatische Bodenbeläge

  • Definition: Bodenbeläge gelten als antistatisch, wenn sie so ableitfähig sind, dass bezogen auf die Nutzung keine störenden bzw. gefährlichen elektrostatischen Aufladungen zu erwarten sind.
    • Prüfung: Diese Bodenbeläge dürfen bei Prüfung nach EN 1815 bei +23°C und 25 % relativer Luftfeuchtigkeit keine Aufladungsspannungen >2kV erzeugen.

Abriebklassen

  • Definition: Abriebklassen geben die Beständigkeit eines Laminatbodens nach der EU-Norm 13329 an und erfolgen in den Kennzeichnungen AC1 bis AC5. Diese Klassifizierung wird auch bei glasierten und nicht glasierten Fliesen angewendet.
    • Abriebklasse 1: Sehr geringe Beanspruchung, z.B. Schlafzimmer, Gästezimmer
    • Abriebklasse 2: Geringe Beanspruchung, z.B. Wohn- und Esszimmer
    • Abriebklasse 3: Mittlere Beanspruchung, z.B. viel begangene Wohnflächen
    • Abriebklasse 4: Hohe Beanspruchung, z.B. Hotels, Geschäfte
    • Abriebklasse 5: Sehr hohe Beanspruchung, z.B. bei gewerblicher Nutzung, Hallen
    • Empfehlung: Auch im Wohnbereich die nächsthöhere Abriebklasse wählen.

Beanspruchungsklassen

Wohnbereiche (nach EN 1307 und 685)

  • Klasse 21: Mäßig/gering – z.B. Schlafzimmer
  • Klasse 22: Normal/mittel – z.B. Wohnräume, Eingangsflure
  • Klasse 23: Stark – z.B. Wohnräume, Eingangsflure, Esszimmer, Korridore

Gewerbe-Objekte

  • Klasse 31: Mäßig – z.B. Hotels, kleine Räume, Konferenzräume
  • Klasse 32: Normal – z.B. Klassenräume, Hotels, Geschäfte
  • Klasse 33: Stark – z.B. Kaufhäuser, Lobbys, Schulen, Großraumbüros
  • Klasse 34: Intensiv/stark – z.B. Mehrzweckhallen, Schalterräume, Kaufhäuser

Industriebereiche

  • Klasse 41: Mäßig – z.B. wo die Arbeit sitzend durchgeführt wird
  • Klasse 42: Normal – z.B. wo Arbeiten stehend stattfinden mit Fahrzeugverkehr
  • Klasse 43: Stark – z.B. Lagerräume, Produktionshallen

Brandverhalten

  • Brandverhalten nach EN 13 501-1: Wird nach dem sogenannten Radiant-Panel-Test die Klassifizierung des Brandverhaltens von Bodenbelägen nachgewiesen. Im privaten Wohnbereich wird für Bodenbeläge die Brandklasse Efl gefordert.
    • Klasse Bfl-s1: Schwer entflammbar, bestmögliche Klasse für Bodenbeläge
    • Klasse Cfl-s1: Schwer entflammbar, ausreichend für den Objektbereich
    • Klasse Dfl-s1: Normal entflammbar
    • Klasse Efl: Normal entflammbar, Anforderung für alle Wohnbereiche
    • Klasse Ffl: Leicht entflammbar, wenn keine Anforderungen an das Brandverhalten gestellt werden
    • Hinweis: Klasse Bfl ist die höchste Beanspruchungsklasse und Ffl die niedrigste Beanspruchungsklasse.

Special Thema: Fußbodenheizung & Parkett

Hier ist eine spezielle Meisterberatung erforderlich, weil es immer mehr Arten an Systemen am Markt gibt. Wesentliche Fragen treten hier bei Holzart, Parkettart, Vorbereitung des Untergrundes, Klebstoffauswahl sowie bei der Vorlauftemperatur und der Abheizperiode auf. Wir sind Ihr Fachbetrieb für Parkett und Fußbodentechnik und empfehlen Ihnen zur Vermeidung von Schäden eine gute Beratung im Vorfeld.

  • Bestens vorbereitet mit dem Fußbodenpass:
    • Der Estrich muss ca. drei bis vier Wochen auf natürliche Weise austrocknen.
    • Danach wird die Fußbodenheizung ca. zwei Wochen in Betrieb genommen und täglich um ca. 5 % gesteigert, bis ca. 65 % der Heizleistung erreicht sind.
    • Die letzten fünf Tage vor der Verlegung sollte die Vorlauftemperatur maximal eingestellt werden.
    • Zwei Tage vor der Verlegung wird die Vorlauftemperatur zurückgenommen, so dass auch im Winter noch mindestens 15°C Raumtemperatur erreicht werden.
    • Ca. zwei Tage nach der Verlegung wird die Heizung langsam in Betrieb genommen (Steigerung jeweils um 5°C).
    • Die maximale Oberflächentemperatur des Estrichs darf 28°C nie überschreiten.
    • Empfehlung: Bei Fußbodenheizung eine vollflächige Verklebung zum Unterboden, da so der Wärmedurchlasswiderstand geringer gehalten wird als bei der schwimmenden Verlegung.

Wärmedurchlasswiderstand:

  • Mosaikparkett mit 8 mm Stärke: 0,038 m² K/V
  • Stabparkett mit 22 mm Stärke: 0,105 m² K/V
  • Fertigparkett von 10-15 mm Stärke: 0,08 – 0,11 m² K/V

Alte Faustregel: Je niedriger der Wärmedurchlasswiderstand ist, desto geeigneter ist der Belag auf Fußbodenheizungen. Als Grenzwert gilt 0,15 m²/KW. Dieser Wert sollte nicht überschritten werden.

TIPP: Was Sie über Laminatböden wissen sollten!

Laminatboden erscheint mit seinen schönsten Holznachbildungen täuschend echt. Auch im Bereich Laminat erfolgen ständig Weiterentwicklungen – oft ist Material von vor 15 Jahren mit den heutigen Laminaten nicht mehr vergleichbar.

Ansprüche an Laminatböden:

  • Brillante Optik
  • Formstabil und passgenau
  • Geeignet für Fußbodenheizung
  • Antistatisch
  • Überdurchschnittlich kratzfest
  • UV-Lichtbeständig
  • Pflegeleicht und schmutzabweisend
  • Doppelter Feuchtigkeitsschutz mit Aquatec-System
  • Abriebfest
  • Schwer entflammbar (Cfl-S1) nach DIN EN 13501-1 geprüft
  • Druck- und stoßfest
  • Zigarettenglutbeständig
  • Optimal integrierter Trittschall
  • Hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis

weitere technische Tipps können Sie hier lesen: 1. Teil

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