Parkett aus Thüringen: Wie sich das Handwerk seit 1966 verändert hat
Parkett Kessel: 1966 begann unsere Geschichte als kleiner Handwerksbetrieb zu DDR-Zeiten unter Führung von Achim Kessel. Natürlich damals unter völlig anderen Voraussetzungen als heute. Wenige Materialien, knappe Ressourcen und vieles nur über Zuteilungen oder persönlichen Kontakten im Handwerk verfügbar. Trotzdem wurde mit viel Leidenschaft, Erfahrung und handwerklichem Können fleißig gearbeitet.
Heute, viele Jahrzehnte später, blickt PARKETT KESSEL auf zwei vollkommen unterschiedliche Zeit-Epochen zurück. Senior noch zu Ostzeiten mit einem Betriebsstandort in Ohrdruf, später die Tochter mit Schwiegersohn in der Zeit nach der großen Wiedervereinigung und in freier Marktwirtschaft.
Auf Grund harter Zeiten wurde damals in der DDR gerade im Handwerk und Mittelstand die Wiedervereinigung von DDR und BRD herbei gesehnt. Betriebe und Kombinate waren größtenteils herunter gewirtschaftet, Familien- und Handwerksbetriebe versuchten die Balance zu halten.
Gerade deshalb können wir heute sehr gut vergleichen, wie sich das Parkettleger Handwerk zwischen DDR und heutiger Zeit total verändert hat. Viele ältere Kunden erinnern sich heute noch an diese verschiedenen Zeiten.
Parkett Geschichte
Eines ist dabei über all die Jahre gleich geblieben: die Freude am Handwerk, schöne Projekte und viele treue Kunden über Generationen hinweg in ganz Thüringen.
Natürlich hatte jede Zeit über Jahre hinweg ihre Vor- und Nachteile. In der DDR musste oft aus wenig sehr viel gemacht werden. Materialien waren nicht einfach verfügbar und manches erforderte Improvisation, Geduld sowie Einfallsreichtum. Gleichzeitig entstanden aber auch damals hochwertige Arbeiten und langlebige Parkettböden.
Nach der Wiedervereinigung 1990 veränderte sich die Branche grundlegend. Plötzlich gab es eine enorme Vielfalt an Produkten, Maschinen, Lacken, Klebern und Parkettarten. Aus einem eher begrenzten Markt entwickelte sich innerhalb weniger Jahre ein modernes und vielseitiges Handwerk mit unzähligen Möglichkeiten.
Handwerk & Mittelstand im Wandel
Was früher über Kontingente lief, ist heute meist sofort lieferbar. Wo damals oft einfache Technik genutzt wurde, stehen heute moderne Maschinen und digitale Möglichkeiten zur Verfügung. Auch der Fuhrpark der Unternehmen veränderte sich stark. Ebenso die Ansprüche und Wünsche der Kunden haben sich im Laufe der Jahrzehnte komplett geändert.
Früher wurde vieles repariert und aufgearbeitet, heute wird schneller ersetzt.
Besonders spannend ist für Parkett Kessel als Familienbetrieb der direkte Vergleich zwischen diesen beiden Zeiten. Denn wir durften beide Welten selbst miterleben – die DDR-Zeit ebenso wie die Jahre nach 1990 mit Marktwirtschaft, neuen Materialien und völlig geänderten Arbeits- und Rahmenbedingungen wirtschaftlich. Man war die Planwirtschaft satt. In vielen Bereichen wurde der freie Markt erwünscht.
Die DDR Markt war nutzlos, zur Übergangszeit 1989 wollte niemand in der BRD unsere Alu Schips – daher erwartete man spannend die Einführung der harten D-Mark zu einem Umtauschkurs von 1:1. Was folgte war eine emotionale, spannende und historische Phase für jeden einzelnen Familienbetrieb.
Im unteren Vergleich zeigen wir Ihnen einige typische Unterschiede zwischen dem Parkettleger Handwerk der DDR-Zeit 1966 und der Zeit ab 1990.
Natürlich könnte man diese Liste noch um viele persönliche Erinnerungen und Erfahrungen erweitern.
Parkettleger Handwerk DDR und BRD:
| Bereich | DDR 1966 | BRD ab 1990 |
|---|---|---|
| Materialbeschaffung | Kontingente & Wartezeiten | freie Auswahl |
| Parkettarten | begrenzte Sorten | internationale Vielfalt |
| Maschinen | einfache Technik | moderne Maschinen |
| Kleber & Lacke | eingeschränkt | große Auswahl |
| Kundschaft | staatlich geprägt | Privatkunden & Gewerbe |
| Werbung | kaum Marketing | Internet & Werbung |
| Lieferzeiten | oft schwierig | schnelle Verfügbarkeit |
| Reparaturen | viel Eigenbau | Ersatzteile verfügbar |
| Arbeitsweise | improvisieren notwendig | spezialisierter |
| Sortiment | begrenzt | Parkett, Vinyl, Designbeläge, Kork |
| Kommunikation | Telefon, Fax & Papier | E-Mail & Online |
| Wettbewerb | gering | hoher Konkurrenzdruck |
Im Wandel der Zeit ein direkter Vergleich von: DDR 1966 vs. BRD 1990
Betriebsstätte 1 und 2
Kessel Betriebsstätten:
Ohrdruf bis 1990:
- 99885 Ohrdruf, Leninallee (Waldstraße bis 1990) Parkettleger Meister Achim Kessel
Zella-Mehlis ab 1990 bis heute:
- 98544 Zella-Mehlis, Heinrich-Ehrhardt-Straße 25 – Parkett Kessel Meisterfachbetrieb für Parkett- & Fußbodentechnik
Fahrzeug Typen
DDR 1966 –
- DKW F8 Kombi
- B1000 Kombi
- Framo 0,75 Tonner
BRD 1990 –
- Ford Transporter verschiedene Modelle
Jedes Fahrzeug hat seinen Dienst erwiesen und fuhr quer durchs Land mit Kessels.
Parkettarten
DDR 1966 –
- Mosaikparkett
- Stabparkett
- Neuwegerslebener Platte
- Tannrodaer Platte
- Hobeldielen
- Stragula Belag
BRD 1990 –
- Mosaikparkett
- Stabparkett
- Hochkantlamellen Parkett
- Holzpflaster
- Landhausdielen
- Mehrschicht: 2-Schicht-/3-Schicht-Fertigparkett
- Laminatböden
- Korkböden
- Designbeläge
- Teppichböden
- Vinyl
- Nadelvlies
Alle Produkte in vielen Varianten finden Sie übrigens im: Parkettbodenstudio Kessel in Zella-Mehlis.
Lieferanten - Hersteller
DDR 1966 –
- Sägewerk Gustav-Adolf-Schmidt Rentwertshausen
- VEB Parkettfabrik Wittenhagen
- VEB Möbel und Parkettwerk Worbis
- VEB Parkettfabrik Neuwegersleben
- VEB Parkettplatten Tannroda
- Import Stabparkett aus Bulgarien
BRD 1990 –
- GUNREBEN
- HARO
- Reinlein
- Pergo
- JASO
- Admonter
- Bauwerk
- OSMO
- HOCO
- Pallmann
- Bona
- MOSO
- Hometrend
- Tilo
- Scheucher
- HAFA
- FEDI und weitere
Kleber Arten
DDR 1966 –
- DICO
- Witox
- Chemisol
BRD 1990 –
- Elastikkleber
- Reaktionsharzklebstoff
- Dispersionskleber
- Feuchtigkeitssperren
- Gießharze
- Spachtel- und Ausgleichsmassen
Von der Verarbeitung und Zusammensetzung sowie in der Anwendung gab es dabei deutliche Unterschiede. Ebenso die Verpackungen, früher gab es 50 kg schwere Fässer, heute sind es oft Blechkannen oder Plastikeimer bzw. Schlauchbeutel.
Parkett Lacke
DDR 1966 –
- Heiß-Bohnerwachs
- SH-Lack
- Nitrolacke
BRD 1990 –
- 1 K und 2 K Hydrolacke,
- Kunstharz-Ölsiegel,
- 2 K Öl-Wachssysteme,
- Wasserlacke,
- 1 K und 2 K Versiegelungssysteme,
- Öko-Siegel,
- Traffic-HD Lack
Deutliche Unterschiede ergeben sich in:
- Verarbeitungszeit
- Standzeit und Trocknungszeit
- Geruch
- Farbe
Maschinenpark
DDR 1966 –
- Versiegelungsbürsten
- Atemmasken
- Feuchtemessgerät
- Bandschleifmaschinen
- Schleifpapier
- Winkelpolierer
BRD 1990 –
- hochwertige Walzenschleifmaschinen z.B. LÄGLER, Roll
- hochwertige Absauggeräte
- Staubsauger
- Randschleifer
- Eckenschleifer
- Versiegelungsrollen
- höherwertige Ausstattung im Maschinenpark
- KRL-Messgerät
Früher waren Maschinen recht einfach von der Ausführung und heute ist das mehr die moderne High-Tech Welt. Allerdings kosten heute Maschinen durchaus auch ab 5.999 Euro je Stück.
Statement der Firma Parkett Kessel Zella-Mehlis
Die authentische Familiengeschichte denn trotz aller Unterschiede zwischen DDR-Zeit und heutiger Marktwirtschaft ist eines bis heute gleich geblieben: die Leidenschaft für hochwertiges Parkett und ehrliches Handwerk. Genau diese Erfahrung aus zwei völlig unterschiedlichen Zeit-Epochen prägt Parkett Kessel bis heute.
Manchmal musste Kessel damals improvisieren, weil Material nicht einfach verfügbar war.
Die gesamte Firma Kessel blickt mit Stolz auf geschaffene Werte und bedankt sich beim Kundenkreis der sich über ganz Thüringen erstreckt ebenso wie bei den Mitarbeitern die all die Jahre mit geschaffen haben.
Besonders schön finden wir heute, dass wir über zwei Generationen hinweg erleben durften, wie sich das Handwerk verändert hat. Von einfachen Möglichkeiten in der DDR bis zur heutigen Vielfalt moderner Bodenbeläge war es ein langer Weg mit vielen Herausforderungen, aber auch vielen schönen Erinnerungen.
Und genau diese Erfahrungen aus beiden Zeiten prägen unsere Arbeit bis heute.
Kessel´s Hinweis:
Das Titelbild im Beitrag zeigt noch die alte Fabrikhalle für Parkett zu DDR-Zeiten von Gustav Adolf Schmidt als Sägewerk und Parkettfabrik in Wernshausen. Diese steht heute leer und verfällt in sich.
An dem Standort Wernshausen wird seit vielen Jahren nichts mehr produziert. Der Eigentümer ist mittlerweile verstorben und die Erben hatten kein Interesse daran, die Firma wurde gelöscht.
Das tolle eigentlich war, die Fabrik lag direkt an der Bahnschiene und somit konnte nach Ost wie West das produzierte Parkett von der Fabrik direkt ausgeliefert werden. Produziert wurde die Tannrodaer Platten mit und ohne Rahmen, wie Mosaikparkett.
Viele Begriffe und Arbeitsweisen aus der DDR-Zeit sind heute kaum noch bekannt. Deshalb erklären wir einige typische Begriffe und Fragen rund um das damalige Handwerk kurz im Beitrag unten.
Mini Glossar – DDR Handwerk
Kontingent
Materialien waren in der DDR oft nur begrenzt verfügbar und wurden über bestimmte Mengen oder Zuteilungen vergeben.
DDR-Mark und Pfennig
Die Währung der Deutschen Demokratischen Republik vor der Wiedervereinigung.
Planwirtschaft
Viele wirtschaftliche Abläufe wurden staatlich gesteuert und nicht durch freien Wettbewerb geregelt.
Parkettschleifmaschine
Frühere Maschinen arbeiteten deutlich einfacher und schwerer als moderne Geräte von heute.
Improvisation im Handwerk
In der DDR musste oft mit wenigen Mitteln gearbeitet werden. Reparieren und Eigenbau gehörten vielerorts zum Alltag.
FAQ – Fragen unserer Kunden
Wie arbeitete ein Parkettleger in der DDR?
Nun viele Materialien waren nur begrenzt verfügbar. Deshalb musste häufig improvisiert und sehr wirtschaftlich gearbeitet werden.
Gab es denn in der DDR überhaupt Parkettmaterieal?
Nicht immer. Manche Materialien wurden über Kontingente verteilt oder waren nur schwer erhältlich. Achim Kessel nutzte früher Beziehungen im Osten um an Material für Objekte zu gelangen.
Was veränderte die Wiedervereinigung 1990?
Mit der Marktwirtschaft kamen deutlich mehr Materialien sowie moderne Maschinen hinzu und eine größere Produktvielfalt auf dem gesamten Boden Markt.
Welche Vorteile hatte das Handwerk früher?
Viele Arbeiten wurden besonders langlebig und mit großer Sorgfalt ausgeführt. Reparieren statt Wegwerfen spielte eine größere Rolle.








