Sanierung historischer Dielenböden im Jagdhaus Gabelbach in Ilmenau
Das historische Jagd- und Forsthaus Gabelbach in 98693 Ilmenau zählt zu den bekanntesten historischen Gebäuden im Thüringer Wald. Im Rahmen einer umfassenden denkmalgerechten Komplettsanierung wurde das traditionsreiche Gebäude im Jahr 2012 grundhaft instand gesetzt.
Parkett Kessel Meisterfachbetrieb aus Zella-Mehlis erhielt nach öffentlicher Ausschreibung den Zuschlag für die Restaurierung und Sanierung der historischen Holz- und Dielenböden im gesamten Objekt.
Das idyllisch im Wald gelegene Jagdhaus Gabelbach dient heute als Museum und kultureller Begegnungsort. Ziel der Sanierungsmaßnahmen war es, die historische Bausubstanz möglichst originalgetreu zu erhalten und gleichzeitig die Nutzung als öffentliches Museumsgebäude dauerhaft zu sichern.
Historische Holzböden fachgerecht restauriert
Im Zuge der Sanierung bearbeitete Parkett Kessel insgesamt rund 160 Quadratmeter historische Fußbodenflächen auf zwei Etagen.
Vorhanden waren alte massive Dielenböden aus:
- Kiefer
- Pitchpine
- Lärche
- teilweise Eiche
Die historischen Böden befanden sich altersbedingt in sehr unterschiedlichem Zustand. Zahlreiche Dielen konnten erhalten und restauriert werden, in einzelnen Bereichen war jedoch ein aufwendiger Austausch beschädigter Holzelemente erforderlich.
Besonderes Augenmerk lag darauf, neue Dielen optisch möglichst unauffällig in die historische Gesamtfläche zu integrieren. Ziel war stets die maximale Erhaltung der originalen historischen Substanz.
Denkmalgerechte Sanierung mit höchster handwerklicher Präzision
Die Sanierung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Ilmenau sowie der verantwortlichen Architektin Viola Breite. Durch die Förderung aus öffentlichen Mitteln des Landes Thüringen standen Denkmalpflege und Werterhalt im Mittelpunkt aller Arbeiten.
Vor jeder baulichen Veränderung wurde sorgfältig geprüft, welche historischen Elemente erhalten werden konnten. Dies betraf nicht nur die alten Dielenböden, sondern ebenso:
- historische Wandtapeten
- Stuckdecken
- originale Holzkonstruktionen
- historische Kaminelemente
Insbesondere im Obergeschoss, dessen Bauteile teilweise aus dem Jahr 1783 stammen, waren umfangreiche Restaurierungsarbeiten notwendig. Rund um den historischen Kamin mussten eingebrochene Dielenbereiche stabilisiert und Unterkonstruktionen aufwendig ergänzt werden.
Die Arbeiten verlangten höchste Präzision und große Erfahrung im Umgang mit historischen Materialien und Oberflächen.
Herausforderung historische Museumsräume
Jeder Raum im Jagdhaus stellte andere Anforderungen an die beteiligten Gewerke. Historische Farben, empfindliche Oberflächen, originale Möbelstücke sowie aufwendig gestaltete Wandverkleidungen machten ein besonders behutsames Arbeiten erforderlich.
Da das Gebäude während der Bauphase vollständig für Besucher geschlossen war, konnten alle Gewerke eng koordiniert zusammenarbeiten. Trotz eines straffen Bauzeitenplans und schwieriger Witterungsbedingungen im Herbst 2012 wurden sämtliche Arbeiten termingerecht abgeschlossen.
Feierliche Wiedereröffnung im Oktober 2012
Am 14. Oktober 2012 wurde das sanierte Jagdhaus Gabelbach in Ilmenau im Rahmen einer offiziellen Feierstunde wiedereröffnet und alle beteiligten Handwerker persönlich eingeladen.
Im Beisein der damaligen Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht dankte das Land Thüringen allen beteiligten Handwerksbetrieben für die hochwertige Umsetzung der Restaurierungsarbeiten.
Mit der Wiedereröffnung wurde das historische Museumsgebäude der Öffentlichkeit erneut zugänglich gemacht.
Erfahrung in der Restaurierung historischer Böden
Die Arbeiten im Jagdhaus Gabelbach gehören zu mehreren bedeutenden Referenzobjekten von Parkett Kessel im Bereich Denkmalpflege und historische Bodensanierung.
Weitere historische Referenzobjekte:
- Wartburg
- Schloss Reinhardsbrunn
- Heinrich-Ehrhardt-Villa in Zella-Mehlis
- Simson Villa (Sauer Villa) in Suhl
Gerade historische Gebäude verlangen umfangreiche Fachkenntnisse, Erfahrung mit traditionellen Materialien und ein hohes Maß an handwerklicher Präzision. Ziel jeder Restaurierung bleibt der langfristige Erhalt historischer Werte und originaler Bausubstanz.
Historische Böden erhalten statt ersetzen
Die Restaurierung historischer Dielen- und Parkettböden im Museum trägt wesentlich zur Werterhaltung denkmalgeschützter Gebäude bei. Alte Holzböden besitzen Charakter, Geschichte und handwerkliche Qualität, die heute kaum noch reproduzierbar sind.
Deshalb gilt insbesondere bei historischen Objekten:
Restaurieren statt herausreißen.
Durch fachgerechte Aufarbeitung lassen sich selbst stark beanspruchte historische Böden langfristig erhalten und wieder in neuem Glanz präsentieren.
Die Geschichte zum Jagdhaus Gabelbach
Das heutige Museum wurde 1783 als herzogliches Jagdhaus für Herzog Carl August erbaut.
Auch Johann Wolfgang von Goethe war hier mehrfach zu Gast und nutzte die Umgebung für seine naturwissenschaftliche Studien und Wanderungen. Heute informiert die Ausstellung über Goethes Wirken, den Thüringer Wald sowie die Geschichte der Jagd und Forstwirtschaft.
Von Interesse ist auch, das Gebäude wurde aus Materialien der Ruine des Ilmenauer Schlosses errichtet und liegt direkt unterhalb des Kickelhahns am Goethe-Wanderweg. Ein beliebtes Ziel für Wanderungen im schönen Thüringer Wald.
Mini Glossar – für Sie entdeckt:
Im Jagdhaus Gabelbach werden insbesondere genannt:
ein Festsaal
der repräsentative Saal im Obergeschoss, der das gesellschaftliche Leben am Weimarer Hof veranschaulicht
die Schlafkammer
ein historisch eingerichteter Raum, der an die Aufenthalte von Johann Wolfgang von Goethe und Herzog Carl August erinnert
eine Schreibkammer
ebenfalls komplett rekonstruiert und mit Bezug auf Goethes Besuche im Jagdhaus



