Ein Kinderzimmer wird selten nur einmal eingerichtet. Vom ersten Wickeltisch bis zum Schreibtisch für die Hausaufgaben durchläuft dieser Raum in wenigen Jahren mehrere Lebensphasen und mit jeder Phase ändern sich die Ansprüche an Möbel, Farben und nicht zuletzt an den Boden der die größte Fläche einnimmt.
Wer von Anfang an mitwachsend plant, spart sich später kostspielige Umbauten, schont das Familienbudget und schafft für das Kind ein Zimmer, das mit ihm wächst, statt ständig neu erfunden werden zu müssen.
Als Meisterfachbetrieb aus dem Raum Suhl begleiten wir Familien seit 1966 bei genau dieser Planung, mit einem besonderen Blick für Materialien aus Holz und Natur, die diesen Weg über viele Jahre mitgehen. Kinder wollen herumtoben, malen, spielen, Freunde einladen. Sie benötigen aber auch Ihren Rückzugsort zum Ausruhen mal für sich ganz allein.
Die Lebensphasen des Kinderzimmers
Grob lassen sich vier Phasen unterscheiden: die Babyzeit mit Wickelkommode und Gitterbett, die Kindergartenzeit mit wachsendem Bewegungs- und Spieldrang, die Grundschulzeit mit Schreibtisch und eigenem Ordnungssystem sowie die Pubertät, in der Rückzug und Individualität wichtiger werden. Ein gut geplantes Kinderzimmer berücksichtigt bereits beim ersten Einrichten, welche dieser Phasen noch bevorstehen, damit nicht jede davon einen kompletten Neuanfang bedeutet.
Zu Beginn möchten wir auch gleich eine Frage beantworten: „Was in keinem Kinderzimmer fehlen sollte“? Kinder haben ja auch Ihre eigenen Ansprüche und benötigen ein sicheres gemütliches Bett, viel Stauraum denn da muss allerhand mit Ordnungssinn verstaut werden, nicht zuletzt die Sommer- und Winterkleidung und eine ausreichende Spielecke mit einem kleinen Tipi zum Kuscheln und Ausruhen.
Farbgestaltung mit Weitblick
Bei der Wandfarbe hat sich ein zurückhaltender Grundton bewährt, der sich über Jahre nicht abnutzt, ergänzt durch einzelne farbige Akzente, etwa an einer Wand, in Textilien oder bei austauschbaren Dekorativen Elementen. So bleibt die Grundstruktur des Zimmers über Jahre stabil, während sich der persönliche Geschmack des Kindes im Laufe der Jahre unkompliziert verändern lässt, ohne dass gleich neu gestrichen werden muss.
Zu viele Farben im Raum können ein Kind auch schnell überfordern. Durch das Spielzeug kommt genug Farbe ins Zimmer hinein. Besonders geeignet sind z.B. Weiß, Creme, Braun und Grau, denn diese Farben bieten vielerlei Gestaltungsmöglichkeiten untereinander.
Wenn Sie den Raum mit Magnetfarbe streichen, sieht die Wand zwar wie eine gewöhnliche Wand aus, es können jedoch Bilder, Poster und Lieblingsmotive mit Magneten an der Wand befestigt werden. Ihr Kind gestaltet auf diese Weise selber sein Zimmer dekorativ mit. Dies sollten Sie auch zulassen, damit die Mitbringsel aus dem Kindergarten jederzeit auf-, ab- oder umgehängt werden können.
Systemmöbel nach dem Baukasten-Prinzip
Das eigentliche Herzstück eines mitwachsenden Kinderzimmers sind Systemmöbel: ein Bett, das sich in der Länge verstellen oder vom Gitterbett zum Jugendbett umbauen lässt, ein Schrank mit variablen Einlegeböden, die sich der Kleidergröße anpassen, oder ein Schreibtisch mit höhenverstellbarer Tischplatte.
Solche Möbel kosten in der Anschaffung häufig etwas mehr, sparen aber über die Jahre mehrere Neukäufe und damit am Ende Geld, Ressourcen und Nerven. Bitte auch darauf achten: keine kippelnden Möbel, z.B. dreibeinige Hocker verwenden.
Liebe Eltern, Sicherheit gibt Ihnen auf alle Fälle das sog. blaue GS-Zeichen, sprich für geprüfte Sicherheit in Puncto Kippen, Kanten und Ecken wie auch Schadstoffverbote.
Unser Tipp:
Es gibt ein paar spezialisierte Hersteller für Kindermöbel, die wegen diesen 3 Faktoren: Sicherheit, Langlebigkeit sowie ergonomisches Design ausgezeichnet wurden.
Drei Firmen:
- Paidi
- Pinolino
- BioKinder
sie haben sich auf reine Naturholzmöbel spezialisiert.
Wussten Sie ...
Wir haben hier für Sie recherchiert, welche DIN-Normen im Bezug auf Kinderzimmer-Einrichtung wichtig sind, worauf Sie in jedem Fall auch beim Kauf achten sollten.
Die DIN-EN 71-3 ist eine sehr wichtige Norm in Sachen: Beschichtung. Quasi ein Sicherheitsfaktor bei Spielzeug, denn sie regelt strenge Grenzwerte für die Freisetzung von Giften und Schwermetallen. Kinder nehmen fast alles in den Mund, lecken und nagen quasi an diversen Oberflächen. Eine tatsächliche Giftfreiheit wird in dieser DIN-Norm geregelt und das prüft auch der TÜV regelmäßig.
Eine weitere ist die DIN 53160, sie prüft auf Farbbeständigkeit bei Kontakt von Schweiß und Speichel bei Buntsachen.
Kommen anstelle von Massivholzplatten nur MDF- oder Sperrholz zum Einsatz, ist bekannt das dabei Formaldehyd ausdünstet. Somit regelt die Emissionsklasse E 1 nach DIN 7171-1 die zumutbaren Grenzwerte für Holzwerkstoffen. Hier gibt es klare Anforderungen an den Möbelbau mit entsprechenden Grenzwerten, bestimmte Chemikalien sind gänzlich verboten.
Der Boden als mitwachsendes Fundament
Was in vielen Ratgebern übersehen wird: Auch der Boden ist Teil des Baukasten-Gedankens. Ein hochwertiger Naturboden aus Massivholz oder Kork wird nicht mit einer bestimmten Möbelgeneration verlegt, sondern begleitet das Zimmer durch alle Lebensphasen, vom Krabbelalter bis zum Schreibtischstuhl der Teenagerzeit.
Anders als kurzlebiger Teppichboden oder einfaches Laminat lässt sich ein Massivholzboden bei Bedarf abschleifen und neu behandeln, so dass Kratzer aus der Kleinkindzeit oder Möbelrücken in der Pubertät keine bleibenden Spuren hinterlassen. Bitte unterschätzen Sie den sog. „fliegenden Teppich“ nicht. Kinder rutschen schneller mit Ihm weg und tun sich weh, als uns lieb ist.
Deshalb sollte in der Planung berücksichtig werden, ob überhaupt kleine runde Teppiche ins Zimmer kommen oder weggelassen werden.
Wir werden dazu raten: Kork als Boden der Gesundheit oder ein weichmachfreier Designboden der praktische Boden oder als edlen Boden ein Massivholzparkett im Kinderzimmer einbauen zu lassen.
Einen ausführlichen Vergleich unterschiedlicher Bodenbeläge für das Kinderzimmer finden Sie in unserem zweiten Beitrag: „9 kreative Ideen für eine kindgerechte Wohlfühloase“.
Gleich zwei Beispiele aus unserer eigenen Werkstatt zeigen, wie sich diese Gedanken ganz praktisch umsetzen lassen.
Zum einen fertigen wir passend zum jeweiligen Bodenbelag individuelle Kabelkanäle aus Holz, hinter denen sich Heizungsrohre, Steckdosenleisten und Kabel sicher verbergen lassen. Das verhindert nicht nur Stolperfallen und den Zugriff kleiner Finger auf lose Kabel, sondern hilft Kindern von klein auf, ein Gefühl für Ordnung in den eigenen vier Wänden zu entwickeln.
Zum anderen lässt sich aus einer einzelnen Parkettholzdiele eine individuelle Wachstums-Messlatte fertigen, die fest an der Wand verbaut wird und über die Jahre zu einem der persönlichsten Erinnerungsstücke im ganzen Kinderzimmer wird, ein anschauliches Beispiel dafür, wie ein Boden im wahrsten Sinne des Wortes mitwächst.
Experten-Tipp vom Parkettleger
„Ist Holz im Kinderzimmer nicht zu empfindlich?“
Viele Eltern fürchten, dass Filzstifte, Bobbycars oder Knete den Parkettboden ruinieren. Unsere Erfahrung aus 60 Jahren Handwerk zeigt: Das Gegenteil ist der Fall! Ein hochwertiger, massiver Holzboden ist durch seine Langlebigkeit der ehrlichste Boden. Ein Kratzer? Ein kleiner Fleck? Das gehört zur persönlichen Geschichte Ihres Kindes dazu. Und das Beste: Im Gegensatz zu Laminat oder Vinyl können wir Massivholz bei Bedarf einfach abschleifen und neu ölen. Er sieht dann aus wie am ersten Tag.
Möchten Sie den Unterschied zwischen geöltem und lackiertem Holz einmal selbst fühlen? Besuchen Sie unser Bodenstudio in Zella-Mehlis, dort zeigen wir Ihnen gerne, wie unempfindlich Naturholz im Alltag wirklich ist.
Zusammenfassung:
- Wählen Sie eine Grundfarbe für das Kinderzimmer und orientieren Sie daran die Farbe von Möbeln und Accessoires.
- Achten Sie bei schrägen Wänden auf die Höhe, so dass sich Ihr Kind nicht ständig am Kopf stößt!
- Sichern Sie Türen und Fenster mit verschließbaren Griffen.
- Stellen Sie Möbel nicht direkt an heiße Heizkörper, es droht Verbrennungsgefahr!
- Achten Sie bei kleinen Zwischenräumen, z.B. an Heizkörpern darauf, dass sich Ihr Kind darin nicht einklemmen kann. Sollte diese Gefahr bestehen, suchen Sie geeignete und kindersichere Lösungen, ggf. mit einer Umbauungsmöglichkeit.
- Stellen Sie das Bett nicht direkt in eine gefährliche Zugluft, z.B. direkt unterm Fenster oder im Türbereich.
- Richten Sie Möbel akkurat aus und vermeiden Sie kippelnde Kleinmöbel, worauf das Kind steigen kann. Sturzgefahr beachten!
- Bringen Sie Lichtquellen gezielt in dunkle Ecken unter und soweit vorhanden direkt über dem Schreibtisch des Kindes an.
- Befestigen Sie Teppiche mit kurzem Floor oder handgewebt immer sachgemäß, damit reduzieren Sie die Rutschgefahr. Wir schreiben nur: „der fliegende Teppich“ und schon ist es möglicherweise passiert.
Glossar
- Massivholzboden: Bodenbelag, der vollständig aus einer Holzart besteht und mehrfach abgeschliffen werden kann.
- Systemmöbel: Möbelstücke, die sich durch austauschbare oder verstellbare Elemente an unterschiedliche Lebensphasen anpassen lassen.
- Trittschall: Der Schall, der beim Gehen auf einem Boden entsteht und sich in darunterliegende Räume überträgt.
- Formaldehydemission: Ausgasung von Formaldehyd aus verleimten Holzwerkstoffen, die bei minderwertigen Materialien gesundheitlich relevant sein kann.
Weitere Fachbegriffe rund um Bodenbeläge finden Sie im Glossar unseres Beitrags „9 kreative Ideen für eine kindgerechte Wohlfühloase“.
Ihre kostenlose Checkliste
Damit Sie beim Einrichten nichts in der Hektik vergessen, haben wir die wichtigsten Punkte in einer Checkliste zusammengefasst, die Sie sich kostenlos als PDF herunterladen können. Diese begleitet Sie Schritt für Schritt durch die Planung eines mitwachsenden Kinderzimmers.
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Wer auf der Suche nach weiteren konkreten Gestaltungsideen ist, findet in unserem Beitrag: „9 kreative Ideen für eine kindgerechte Wohlfühloase“ zusätzliche Anregungen, unter anderem einen ausführlichen Bodenbelag-Vergleich und weitere Sicherheitslösungen aus Holz.
FAQ – häufig gestellte Fragen
Ab welchem Alter sollte ich mitwachsende Möbel einplanen?
Am wirtschaftlichsten ist die Planung bereits vor der Geburt oder im ersten Lebensjahr, da sich so von Anfang an Möbel und Boden aufeinander abstimmen lassen, die mehrere Lebensphasen überdauern.
Lohnt sich ein Massivholzboden im Kinderzimmer finanziell?
Auf lange Sicht ja, da ein Massivholzboden im Gegensatz zu Laminat oder Teppichboden mehrfach abgeschliffen und neu behandelt statt komplett ausgetauscht werden kann.
Wie oft muss ein mitwachsendes Kinderzimmer umgestaltet werden?
Bei guter Planung genügen meist punktuelle Anpassungen bei den Übergängen zwischen den Lebensphasen, während Boden und Grundstruktur des Zimmers unverändert bleiben können.
Was passiert mit dem Boden, wenn Möbel im Laufe der Jahre mehrfach umgestellt werden?
Ein hochwertiger Naturboden verträgt gelegentliches Umstellen ohne Probleme, kleinere Druckstellen lassen sich bei Massivholz zudem im Rahmen einer Renovierung beseitigen.




