DDR Großobjekt: „Unser Foto aus dem Jahr 1967 zeigt nicht nur einen Handwerker – sondern den Beginn einer Lebensgeschichte unter völlig anderen Bedingungen.“ so Parkett Kessel

Das erste DDR Großobjekt von Parkettleger Meister Achim Kessel – ein Blick in die Anfänge 1967

Historische Einordnung – warum dieses Projekt bis heute wichtig ist

Dieses erste DDR Großobjekt ist mehr als nur ein Bauprojekt. Es steht exemplarisch für eine ganze Epoche des Handwerks:

  • für Improvisation statt Überfluss
  • für handwerkliche Präzision ohne moderne Technik
  • für Materialknappheit als tägliche Realität
  • für den Beginn einer Lebenskarriere im Bauhandwerk

Gerade im Rückblick zeigt sich, wie anspruchsvoll Parkettlegerarbeiten in der DDR wirklich waren – und welchen Wert handwerkliches Können unter diesen Bedingungen hatte.

Das erste DDR Großobjekt von Parkettleger Meister Achim Kessel – ein Blick in die Anfänge 1967

Fazit von Kessel

Das Projekt in der Berufsschule Hildburghausen im Jahr 1967 markiert den Beginn einer beeindruckenden Handwerkslaufbahn. Parkettleger Meister Achim Kessel bewältigte hier nicht nur seinen ersten großen Auftrag, sondern auch die typischen Herausforderungen der DDR-Bauwirtschaft: Materialknappheit, eingeschränkte Technik und anspruchsvolle Baustellenbedingungen.

Heute bleibt dieses Projekt ein wichtiges Zeitdokument – und ein Beispiel dafür, wie hochwertiges Handwerk auch unter schwierigsten Bedingungen entstehen kann.

Erfolgreiche Parkettprojekte folgten später:

  • Palast der Republik Berlin
  • Schloß Reinhardsbrunn
  • Schloß Marisfeld
  • Schloß Kranichburg
  • Wartburghotel Eisenach

Zeitvergleich DDR vs. heute 

Im Vergleich zu heute standen Parkettleger in der DDR vor völlig anderen Herausforderungen weil es Kontingente auf Zuteilung gab. Material in Hülle und Fülle stand nicht zur Verfügung. Auch an Werkzeugen und Maschinen gab es gerade mal zwei Hersteller.

Heute hingegen gibt es Lieferanten jede Menge, viele Holzarten stehen zur Verfügung. Außerdem kann heute jedes Jahr der Maschinenpark erweitert werden, weil es hier ständig Neuerungen gibt. Heute ist auch ein großes Thema in der Nachhaltigkeit „Staubfrei schleifen“, dadurch werden Maschinen ständig weiter entwickelt.

Bei den Lacksystemen setzt sich auch immer mehr die Nachhaltigkeit und Öko durch. Früher gab es nur den SH-Lack. Unser Handwerksbetrieb ist froh, das wir heute ohne Materialverknappung arbeiten können.

Glossar – Begriffe aus dem Parkettleger Handwerk und der DDR Bauzeit

Stabparkett

Massives Holzparkett aus einzelnen Holzstäben, das vollflächig verklebt und verschliffen wird. Besonders in den 1960er Jahren war Eiche-Stabparkett ein hochwertiger Standard in öffentlichen Gebäuden.


Eiche 22 mm

Sehr robustes Massivholzparkett aus Eichenholz mit einer Stärke von 22 Millimetern. Diese Ausführung wurde häufig in Schulen, Verwaltungsgebäuden und öffentlichen Einrichtungen der DDR verwendet.


SH-Lack

Ein in der DDR häufig eingesetzter Versiegelungslack für Parkettböden. Er sorgte für eine harte Oberfläche, hatte jedoch einen intensiven Geruch und war nur in großen Gebinden verfügbar.


VEB (Volkseigener Betrieb)

Staatlich geführte Produktions- und Dienstleistungsbetriebe in der DDR. Bauprojekte liefen oft über VEB-Strukturen, die Material und Arbeitskräfte zentral verwalteten.


Kreisbau Direktor

Eine staatliche Funktion in der DDR, zuständig für die Planung und Vergabe von Bauprojekten innerhalb eines Landkreises.


Materialzuteilung

In der DDR wurden Baustoffe nicht frei gekauft, sondern zentral zugeteilt. Handwerksbetriebe mussten Materialien beantragen und auf Freigaben warten.


Stabparkettverlegung

Handwerkliche Verlegung einzelner Holzstäbe in bestimmten Mustern. Diese Arbeit war in der DDR besonders zeitintensiv, da kaum maschinelle Unterstützung vorhanden war.


Formaldehydbelastung

In vielen DDR-Bauten kamen Baustoffe und Kleber zum Einsatz, die heute als gesundheitlich kritisch gelten. Lüftungssysteme waren oft unzureichend.


Arbeitsschutz in der DDR

Der Schutz der Arbeiter war vorhanden, aber deutlich einfacher geregelt als heute. Schutzmasken und Sicherheitsstandards waren oft rudimentär.

Kessels erstes Transportmittel „Framo“

Das erste DDR Großobjekt von Parkettleger Meister Achim Kessel – ein Blick in die Anfänge 1967