Nicht viele Handwerker können heute noch erzählen, dass sie in berühmten DDR-Bauwerken persönlich Parkett verlegt haben. Parkettleger Meister Achim Kessel gehört zu diesen Zeitzeugen. Bereits in den 1960er- und 1970er-Jahren arbeitete er in bedeutenden Gebäuden der ehemaligen DDR darunter exklusive Gästehäuser, historische Schlösser und sogar der damalige Palast der Republik in Berlin war dabei.

Manche dieser Objekte existieren heute nicht mehr, andere stehen leer und kämpfen gegen den Verfall der Substanz. Zurück bleiben Erinnerungen, Geschichten und ein Stück echter deutscher Handwerksgeschichte – so Achim Kessel.

Historische DDR-Bauwerke mit Parkett veredelt – wertvolle Erinnerungen des Handwerksmeisters Achim Kessel 1988

Zwischen Prunk, Verfall und Abriss – verlorene Bauwerke der DDR

Viele der Gebäude, in denen damals Parkett verlegt wurde, existieren heute nicht mehr. Manche wurden nach der Wiedervereinigung abgerissen, andere stehen bis heute leer und verfallen langsam.

Gerade historische Schlösser, Hotels oder ehemalige Ferienheime leiden oft unter ungeklärten Eigentumsverhältnissen, fehlenden Investitionen oder jahrelangem Leerstand. Dringt Feuchtigkeit in das Mauerwerk ein, werden Dächer undicht oder fehlt jede Nutzung, nimmt auch die wertvolle Innenausstattung erheblichen Schaden. Besonders Parkettböden reagieren empfindlich auf Nässe, Temperaturschwankungen und mangelnde Pflege.

Hinzu kommen komplizierte Erbfolgen, gescheiterte Investorenprojekte oder fehlende finanzielle Mittel für die doch sehr aufwendige Sanierungen. Nicht wenige Gebäude wurden deshalb dem Abriss überlassen obwohl sie einst architektonische und handwerkliche Besonderheiten darstellten.


Kessel-Hinweis:

Wir haben hier zwei Aufnahmen im Beitrag, die wir anlässlich unseres 50. Firmenjubiläums machen ließen. Einmal schaut man hinein in die Nobelherberge in Oberhof und bei dem anderen Foto: Titelbild – ins Schloß Reinhardsbrunn. Von den Parkettböden ist fast nichts übrig geblieben, denn beide Objekte verfallen und stehen leer.

Handwerk mit Geschichte: Diese DDR Objekte gehören zu Achim Kessels Erinnerungen

In folgenden bekannten Bauwerken war Parkettleger Meister Achim Kessel vor 1989 selbst tätig:

  • Palast der Republik in Berlin (abgerissen)
  • Deutsch-sowjetische Botschaft in Berlin
  • Gästehaus des DDR-Ministerrates in Oberhof
  • Ernst-Thälmann-Haus Oberhof (abgerissen)
  • Schloss Reinhardsbrunn
  • FDGB-Ferienheime im Bezirk Suhl und Gotha
  • Rennsteighotel Oberhof (abgerissen)
  • Schloss Molsdorf
  • Jagdschloss Oberhof (abgerissen)
  • Berufsschule Hildburghausen (abgerissen)
  • Salzmannschule Schnepfenthal
  • Wartburg und Wartburghotel Eisenach
  • Jugendwerkhof Friedrichswerth
  • Schloss Kranichfeld
  • verschiedene Gemeindesäle im Bezirk Suhl

Jedes dieser Objekte erzählt seine eigene Geschichte, so Achim Kessel. Manche waren politische Prestigeobjekte, andere traditionsreiche historische Gebäude mit jahrhundertealter Vergangenheit. Es ist wirklich schade, das heute manches Gebäude trostlos da steht.

Wartburg – Festsaal

Historische DDR-Bauwerke mit Parkett veredelt – wertvolle Erinnerungen des Handwerksmeisters Achim Kessel 1988