Welcher Bodenbelag passt am besten zu den eigenen vier Wänden? Diese Entscheidung ist gar nicht so einfach, denn jeder Boden bringt seine ganz eigenen Eigenschaften, Vorteile und Nachteile mit. Soll der Boden möglichst pflegeleicht sein? Natürlich wirken? Besonders robust sein oder sich später noch einmal aufarbeiten lassen? Je nachdem, was im Alltag wichtig ist und in welchem Raum der Boden verlegt werden soll, kann die Antwort ganz unterschiedlich ausfallen.
In diesem Beitrag schauen wir uns fünf beliebte Bodenbeläge genauer an: Kork, Laminat, Parkett, Linoleum sowie Vinyl und Designboden. Wir zeigen, was die einzelnen Böden auszeichnet, wo ihre Stärken liegen und welche Nachteile sie bei der Auswahl mit berücksichtigen sollten.
Wenn Sie sich zunächst einen ausführlicheren Überblick über verschiedene Bodenarten, Räume und Anforderungen wünschen, finden Sie in unserem Beitrag „Bodenbeläge im Überblick – welcher Boden passt zu Ihnen?“ weitergehende Informationen.
Fünf Bodenbeläge im direkten Vergleich
Jeder Bodenbelag bringt andere Eigenschaften mit. Während bei dem einen die natürliche Optik und das Laufgefühl im Vordergrund stehen, punkten andere vor allem bei Pflegeleichtigkeit, Robustheit oder Preis.
Unsere Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:
| Bodenbelag | Material / Charakter | Laufgefühl | Pflege | Feuchtigkeit | Sanierbarkeit | Preisniveau |
| Kork | natürlicher Bodenbelag, weich und elastisch | warm, angenehm und leicht federnd | unkompliziert, Oberfläche beachten | eher empfindlich bei zu viel Feuchtigkeit | begrenzt, abhängig vom Aufbau und der Oberfläche | mittel |
| Laminat | mehrschichtig aufgebaut, große Auswahl an Dekoren | eher fest und etwas härter | pflegeleicht | empfindlicher gegenüber stehender Nässe | in der Regel nicht abschleifbar | günstig bis mittel |
| Parkett | echtes Holz mit natürlicher Maserung | warm und wohnlich | benötigt eine auf die Oberfläche abgestimmte Pflege | Holz reagiert auf Feuchtigkeit | je nach Aufbau abschleifbar und aufarbeitbar | mittel bis höher |
| Linoleum | überwiegend aus natürlichen Rohstoffen hergestellt | eher warm und leicht elastisch | pflegeleicht bei geeigneter Oberfläche | Feuchtigkeit nur begrenzt verträglich, Nähte beachten | nicht wie Parkett abschleifbar | mittel |
| Vinyl / Designboden | vielseitige Dekore, je nach Produkt unterschiedlicher Aufbau | eher weich und angenehm | sehr pflegeleicht | viele Produkte sind feuchtigkeitsunempfindlich, Eignung des Produkts beachten | normalerweise nicht abschleifbar | mittel |
1 – Korkboden – gemütlich, warm und elastisch
Kork ist ein natürlicher Bodenbelag und ein wahres Stück unserer Natur. Gewonnen wird das Material aus der Rinde der Korkeiche, die vor allem im Mittelmeerraum wächst. Korkboden fühlt sich warm und behaglich an. Er ist elastisch, dämpft Geräusche und kann je nach Oberfläche sehr pflegeleicht sein. Kork selbst zeichnet sich tatsächlich durch seine Elastizität und Widerstandsfähigkeit aus.
Auch für eine Warmwasser-Fußbodenheizung kann Kork infrage kommen. Hier muss allerdings immer geprüft werden, ob der gewählte Boden vom Hersteller dafür freigegeben ist und zum vorhandenen Heizsystem passt. Bei Feuchtigkeit muss man etwas genauer hinschauen. Nicht jeder Korkboden eignet sich automatisch für Feuchträume.
Entscheidend sind der jeweilige Aufbau, die Oberflächenbehandlung und die Herstellerangaben. Der Unterboden muss in jedem Fall glatt, eben und trocken sein. Gerade in Schlaf- oder Kinderzimmern kann Kork durch sein warmes und leicht federndes Laufgefühl eine angenehme Lösung sein.
2 – Laminatboden – widerstandsfähig und vielseitig
Laminat besteht aus mehreren Schichten im Aufbau. Von unten nach oben haben wir den sogenannten Gegenzug, darüber liegt meistens eine HDF- oder MDF-Trägerplatte. Auf dieser befindet sich das jeweilige Dekor und als Abschluss obenauf eine widerstandsfähige Schutzschicht, das sogenannte Overlay. Genau dieser Aufbau sorgt dafür, dass Laminat im Alltag einiges aushält.
Laminatböden bestechen durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und werden heute häufig schwimmend verlegt. Je nach Produkt sind sie formstabil, abriebfest sowie druck- und stoßfest. Wie belastbar ein Laminat tatsächlich ist, hängt allerdings immer von seiner jeweiligen Nutzungsklasse und Ausführung ab.
Auch bei der Optik hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Die Dekorauswahl ist mittlerweile enorm groß und reicht von klassischen Holzoptiken bis hin zu Stein- oder moderneren Oberflächen. Gerade deshalb lässt sich Laminat heute sehr unterschiedlich einsetzen.
Bei Feuchtigkeit sollte man etwas genauer hinschauen. Klassisches Laminat reagiert empfindlicher auf stehende Nässe, inzwischen gibt es aber auch Produkte, die ausdrücklich für stärker feuchte beanspruchte Bereiche geeignet sind. Entscheidend sind deshalb immer die Herstellerangaben und der konkrete Einsatzbereich.
3 – Parkettboden – natürlich und langlebig
Der Rohstoff Holz bringt uns genau das Wohnerlebnis mit einem Stück aus der puren Natur. Die Natur ist unser Designer. Maserung, Farbe und Struktur unterscheiden sich von Holz zu Holz und machen jeden Parkettboden ein Stück weit einzigartig. Parkett gibt es in unterschiedlichen Aufbauten und Ausführungen, zum Beispiel als Massiv- oder Mehrschichtparkett, als Landhausdiele, Mosaikparkett oder Hochkantlamelle.
Je nach Produkt unterscheiden sich Aufbauhöhe, Holzart und Verlegeart. Manche Parkettböden können schwimmend verlegt werden, andere werden vollflächig mit dem Untergrund verklebt. Auch bei der Oberfläche gibt es Unterschiede. Parkett kann beispielsweise geölt oder lackiert sein, und jede Variante bringt ihre eigenen Vorteile mit sich. Holz fühlt sich warm an und sorgt für eine natürliche, wohnliche Atmosphäre.
Gleichzeitig kann ein hochwertiger Parkettboden bei entsprechender Nutzschicht später aufgearbeitet werden. Je nach Raum und Aufbau kann das Parkett sogar in Küche oder Bad sowie in Kombination mit einer Fußbodenheizung eingesetzt werden. Hier kommt es allerdings auf die Holzart, den Aufbau, die Oberfläche und die jeweilige Nutzung an. Eine gute Planung von Beginn an ist deshalb besonders wichtig.
Unter direkter Lichteinwirkung und UV-Strahlung verändert Holz mit der Zeit seinen Farbton. Wie stark und in welche Richtung sich die Farbe verändert, hängt von der jeweiligen Holzart ab. Deshalb lohnt es sich, sich vor der Auswahl genau zu jedem Produkt beraten zu lassen.
4 – Linoleum – Naturprodukt und Fußboden Klassiker
Das ist ein alter Fußboden Klassiker und schon seit sehr vielen Jahren am deutschen Markt bekannt. Der Name Linoleum leitet sich aus den lateinischen Begriffen für Lein und Öl ab. Der Hauptbestandteil ist Leinöl. Hinzu kommen je nach Produkt unter anderem Holz- oder Korkmehl, Naturharze, Kalkstein sowie Jute als Trägermaterialien. Damit besteht Linoleum zu einem großen Teil aus natürlichen Rohstoffen.
Durch den Zusatz von Pigmenten erhält der Boden seine unterschiedlichen Farben. Dadurch lässt sich Linoleum nicht nur einfarbig verlegen, sondern durchaus auch reizvoll mit verschiedenen Farbtönen gestalten. Linoleum ist strapazierfähig und pflegeleicht und kann sich deshalb beispielsweise für Küche oder Flur eignen. Bei der Auswahl sollte jedoch immer darauf geachtet werden, dass das konkrete Produkt zu den Anforderungen des jeweiligen Raumes passt.
Klassisches Linoleum als Bahnenware in zwei Meter Breite, wird meist vollflächig verklebt. Die einzelnen Bahnen können anschließend an den Nähten miteinander mit farbgleicher Schweißschnur verschweißt werden. Inzwischen gibt es allerdings auch andere Varianten, beispielsweise Linoleum als Platten oder Klickboden. Wer bei der Auswahl zusätzlich auf die Emissionen eines Bodenbelags achten möchte, kann sich an entsprechenden Umweltzeichen orientieren.
Auch Linoleumböden können beispielsweise mit dem ‚Blauen Engel‚ für emissionsarme Produkte ausgezeichnet sein.
5 – Vinylboden und Designboden – strapazierfähig und vielseitig
Der Boden mit vielen schönen Namen: PVC steht für Polyvinylchlorid und ist vielen von früher bekannt. Der Name hört sich extrem chemisch an, trotzdem hat sich dieses Material über viele Jahre als robuster Bodenbelag im Markt etabliert. Klassische PVC- beziehungsweise Vinylböden gibt es unter anderem als Meterware, aber auch als Planken oder Fliesen. Im Laufe der Zeit kamen die sogenannten Designböden auf den Markt, die heute in sehr vielen Holz- und Steinoptiken erhältlich sind.
Durch strukturierte Oberflächen wirken viele Dekore inzwischen sehr realistisch. Beim Aufbau gibt es heute unterschiedliche Varianten. Manche Designböden werden direkt mit dem Untergrund verklebt, andere lassen sich schwimmend als Klickboden verlegen. Daneben gibt es sogenannte Multi-Layer- oder Rigid-Varianten mit einem stabileren Träger.
Genau deshalb unterscheiden sich Aufbauhöhe und Schichtaufbau je nach Produkt deutlich. Vinyl- und Designböden sind strapazierfähig, pflegeleicht und werden deshalb gern in stärker genutzten Wohnbereichen eingesetzt. Je nach Produkt können sie auch für Feuchträume oder Fußbodenheizungen geeignet sein. Hier sollten Sie sich vor dem Kauf immer genau anschauen, welche Eigenschaften der jeweilige Boden tatsächlich mitbringt.
Wer sich bei der großen Auswahl unsicher ist, kann verschiedene Dekore und Aufbauvarianten direkt miteinander vergleichen. In unserem Bodenstudio zeigen wir Ihnen gerne unterschiedliche Muster und helfen dabei, den Boden zu finden, der zu Ihrem Zuhause und Ihren persönlichen Anforderungen passt.
Fazit: Welcher Bodenbelag passt zu Ihnen?
Wer die Wahl hat, hat bekanntlich die Qual. Jeder Fußboden hat seinen ganz eigenen Charakter und bringt unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich. Welche Lösung am Ende zu Ihnen passt, hängt deshalb nicht nur von der Optik ab, sondern auch davon, wie Sie wohnen und was der Boden im Alltag leisten muss.
Bei unseren Beratungsgesprächen merken wir immer wieder, wie unterschiedlich die Vorlieben und persönlicher Geschmack sind. Wer auf Holz steht und die natürliche Wirkung schätzt, landet häufig beim Parkettboden. Andere fühlen sich mit Laminat, Kork oder einem pflegeleichten Designboden wohler.
Entscheidend dabei ist, dass Sie die Eigenschaften der verschiedenen Bodenbeläge kennen und bewusst abwägen. Natürlich können Sie sich die verschiedenen Materialien auch direkt bei uns im Bodenstudio anschauen. Wir helfen Ihnen gern dabei, einen Boden zu finden, der zu Ihren Wünschen und Ihrem Zuhause passt.





